Gerhard Aigner

Der Höhenflug des Fussballsports hat in den meisten europäischen Ländern vor etwa 100 Jahren begonnen. In der Zwischenzeit ist er dabei, die ganze Welt zu erobern. Strittig ist, wo er seinen Ursprung hat. Zuerst wurde Schottland als das Mutterland gepriesen, dann erfuhr man, dass in Florenz bereits im Mittelalter Fussball gespielt wurde und neuestens verlautbart die FIFA, dass Fussball zum ersten Mal in China gespielt wurde. Egal was richtig ist, fest steht, dass sich ein paar Leute zusammen taten um diesem Sport zu huldigen und deshalb einen Verein gründeten.

Ich erinnere mich an meine Kinderzeit, als in jeder Strasse meines Wohnortes eine Fussballmannschaft gebildet und eine regelrechte Meisterschaft veranstaltet wurde. Das Spielfeld war die Strasse. Auch wir hatten eine Art Verein gegründet zu dem wir uns bekannten.
Die UEFA, deren Geschäftsführer ich sein bald 15 Jahren bin, wird nächstes Jahr nur gerade 50 Jahre alt.

Sie wurde 1954 in der Schweiz gegründet. Gerade hatte Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen, auch in der Schweiz. Das Hauptmotiv für die Entstehung der Europäischen Fussballkonföderation war jedoch für die führenden Vereine des Kontinents europäische Wettbewerbe zu organisieren. Wenngleich es die nationalen Fussballverbände waren, die die UEFA gegründet hatten, so widmete sich die UEFA zur Hauptsache den Klubs. Unsere Tätigkeit ist deshalb sehr stark vom Klubgeschehen geprägt. Wer kennt nicht die Namen der Vereine die Europacupgeschichte geschrieben haben.

Bei aller Ehre die den Spitzenklubs zukommt darf man jedoch nicht übersehen, dass die Basis von Tausenden von Vereinen gebildet wird die fast ausschliesslich von ehrenamtlich tätigen Personen geführt und versorgt werden. Eine Tatsache, die gern einmal vergessen wird.

Die Vereinskultur hat sich auf unserem Kontinent so stark entwickelt, dass dadurch ein regelrechtes soziales Netz entstanden ist. Kaum auszudenken welche Kosten entstehen würden und welcher Aufwand getrieben werden müsste, wenn die öffentliche Hand die riesige Zahl von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in gleicher Weise betreuen wollte wie die Fussball-verbände und ihre Vereine dies tun.

Es ist deshalb berechtigt wenn der FV Salia Sechtem 1923 e.V. mit Stolz sein 80. Vereinsjubiläum begeht. Gleichermassen sollte jedoch die Fussballbewegung allgemein und sollten auch die lokalen, regionalen und staatlichen Stellen stolz auf diesen Verein sein, dessen achtzigjährige Geschichte von Freiwilligen geschrieben wurde, die sich in den Dienst der Allgemeinheit und insbesondere der Jugend gestellt haben.

Hier liegt die echte Grösse unseres Sports, nach dem Motto „Wenn Du Freunde haben willst, sei selbst einer“.

Und mit etwas Stolz erfüllt mich persönlich, dass mit Heinz Weiler ein Mitglied aus meiner Verwandschaft mütterlicherseits seit geraumer Zeit die Geschicke des Vereins mitgeprägt hat.

Herzlichen Glückwunsch F.V. Salia und viel Erfolg für die Zukunft.

Gerhard Aigner
UEFA Generaldirektor

Foto: PA Sport

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