Papilio“-Kindergarten

„Kinder brauchen Flügel“ betonten Sabine Sielaff, Leiterin des städtischen Familienzentrums „Klapperschuh“ in Sechtem, und Sozialpädagoge Ralph Büttner von der Fachstelle für Suchtprävention und Gesundheitsförderung der Diakonie.

Anlass war die Überreichung des Papilio-Zertifikates an den „Klapperschuh“ durch Bürgermeister Wolfgang Henseler. Damit ist der „Klapperschuh“ die erste zertifizierte Papilio-Einrichtung in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Papilio ist ein Programm zur Sucht- und Gewaltprävention in Kindergärten. Suchtprobleme im Kindergarten? Das mag auf den ersten Blick irritieren, schließlich haben Kinder noch keine Suchtprobleme. Trotzdem, so der Ansatz, sei es wichtig, schon im Kindergartenalter mit einem gezielten Programm zu beginnen, denn grundlegende soziale Verhaltensweisen lernen Menschen in der Kindheit. „Wir müssen vorher beginnen und nicht erst dann, wenn die Kinder 15 und 16 Jahre alt sind und bereits Probleme haben“, unterstrich Wolfgang Henseler.

Papilio unterstützt hier kindgerecht sowohl die Erzieherinnen als auch die Eltern, in der anspruchsvollen Aufgabe ihren Nachwuchs zu begleiten und zu führen. Das Projekt ist in drei Phasen aufgeteilt: Beim „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“ lernen Kinder sich ohne Spielzeug selbst zu beschäftigen, kreativ zu spielen und miteinander zu agieren. Im Schritt „Paula und die Kistenkobolde“ lernen die Mädchen und Jungen den Umgang mit den Gefühlen Wut, Traurigkeit, Angst und Freude, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen Kindern. Das „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“ verstärkt durch Belohnung die erworbenen sozialen Kompetenzen. Hier lernt das Kind, welche Verhaltensweisen richtig sind.

Der Zertifizierungsprozess, an dem neben Leiterin Sabine Sielaff das Erzieherinnenteam mit Sabrina Schwindt, Elke Harff, Natalie Preis, Britta Hamacher, Petra Hierl und Heike Prell teilnahm, dauerte zwei Jahre und wurde von Ralph Büttner begleitet. Wolfgang Henseler wertete diese Auszeichnung als „hervorragendes Vorbild“. Weiterführende Informationen gibt es online unter www.papilio.de.

Foto: Frank Engel-Strebel

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